GET LAMP

25. August 2010

Juhu! Heute war Post aus Amerika im Briefkasten! Meine Version von “GET LAMP – a documentary about adventures in text” ist endlich angekommen. Nehm’ ich mit auf die Reise.

Inception

10. August 2010

Zweimal habe ich Inception bisher gesehen. Einmal auf Englisch. Hinten links im Kino. Dort, wo die Musik schön laut ist und die Dialoge so leise, dass man nur grob die Hälfte versteht. Einmal auf Deutsch. Danach dachte ich, ich hätte ihn verstanden. Alles war so schön klar und eindeutig. Nun, ein paar Tage später, ist meine Meinung über die Handlung aber doch wieder eine ganz andere. Die halte ich, mit jeder Menge Spoilern, nun fest. Für später.
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Böses Erwachen

14. Juli 2010

Klassische Situation in Rollenspielen: Gruppe wird vom Bösewicht eingeknastet und aller Ausrüstungsgegenstände beraubt. Wir entkommen natürlich und finden unseren Kram in aller Regel gleich in der Nähe wieder. Nicht so in Dragon Age: Awakening. Da kommen wir aus der Zelle raus und spüren lediglich die Ausrüstung meiner drei Begleiter auf. Mein eigenes Zeug ist nirgendwo zu finden. Rüstung, Waffen, Schmuckstücke, alles weg! Kurzer Blick ins Forum: Seit vier Monaten bekannter Bug, der auftritt, wenn der Charakter nicht ausschließlich Kram aus Awakening, sondern auch noch Sachen aus Origins trug.

Na bravo. Mein Schnellspeicherstand und die vier Autosaves sind alle nach der Verhaftung entstanden, die helfen mir nicht. Der letzte Spielstand davor ist über zwei Stunden älter. Ist das die Rache für den Kommentar gestern?

Shepardized

13. Juli 2010

Klassische, taktische Rollenspiele im Stile eines Baldur’s Gate sind rar gesät. “Sowas wird heute gar nicht mehr hergestellt”, haben wir vor Drakensang noch gejammert. Zu nerdig, zu oldskool schien das Konzept vielen Entwicklern zu sein. Dann kam Dragon Age. Mein persönliches Spiel des Jahres 2009 und trotz der Gefahr, von vorneherein als Nischenspiel für ewiggestrige D&D-Freaks zu gelten, Biowares bisher erfolgreichstes Spiel. Erfolgreicher als Baldur’s Gate, als Knights of the Old Republic, ja selbst als Mass Effect. Dass die Ankündigung eines zweiten Teils nicht lange auf sich warten ließ, ist verständlich. Nur was da bisher angekündigt wurde, sorgt bei mir für Stirnrunzeln.

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Schöngeschwindelt

3. Juli 2010

Ich glaub’s ja nicht! Wer hätte gedacht, dass gerade Apple noch einmal ein so herrlicher PR-Fauxpas unterlaufen könnte wie in diesen Wochen!

Da kommt das iPhone 4 auf den Markt und bietet nach Meinung der meisten Rezensenten bessere Sende- und Empfangsqualität als alle seine Vorgänger. Es sei denn, man berührt beim Telefonieren oder Surfen eine bestimmte Stelle der beim iPhone 4 außen liegenden Antennen, dann kann die Empfangsleistung einbrechen – bei manchen Benutzern von vier bis fünf Balken auf gar keinen Empfang.

Apples offizielle Antwort darauf, nachdem Steve Jobs’ zuerst geäußertes “Just don’t hold it that way” bei den Käufern irgendwie nicht so gut ankam:

We have discovered the cause of this dramatic drop in bars, and it is both simple and surprising.

Upon investigation, we were stunned to find that the formula we use to calculate how many bars of signal strength to display is totally wrong. Our formula, in many instances, mistakenly displays 2 more bars than it should for a given signal strength. For example, we sometimes display 4 bars when we should be displaying as few as 2 bars.

Übersetzung:

Schon seit dem ersten iPhone behaupten unsere Telefone, weit bessere Empfangsleistung zu bringen, als sie es tatsächlich tun. (“An mir kann die schlechte Sprachqualität nicht liegen, ich hab hier fünf  Balken!” – “Echt, dein Nokia zeigt nur zwei Balken? Also mein iPhone hat vollen Empfang!”) Wer hätte ahnen können, dass dieser Trick irgendwann auffällt?

Weil wir unsere Rekordgewinne aber nicht gefährden wollen, liefern wir euch für unser Hardwareproblem eine Softwarelösung, die das Problem kaschiert statt behebt. Um das Problem tatsächlich aus der Welt zu schaffen, verkaufen wir euch für 29$ eine Gummihülle für das iPhone 4, die wir in China für 10 Cent das Stück produzieren lassen.

Funktioniert tatsächlich. Wenn man die Lücke zwischen beiden Antennen unten links dank Plastikhülle nicht mehr direkt mit der Hand berührt, ist der Leistungseinbruch nicht mehr größer als bei anderen Mobiltelefonen auch.

Grüner wird’s nicht

17. Juni 2010

Bei den Orakeln im Sholazar-Becken kann man einmal pro Woche ein “Mysteriöses Ei” erstehen, aus dem dann nach sieben Tagen Wartezeit etwas schlüpft. In 98 Prozent der Fälle sind das mehr oder weniger possierliche Haustierchen, aber die übrigen zwei Prozent haben es in sich: dann steht man nämlich plötzlich vor einem ausgewachsenen grünen Protodrachen!

Bei mir hat das letztes Jahr nie geklappt, die Chance ist ja auch verschwindend gering. Nun schau ich heute, rein aus Langeweile, mal wieder in World of Warcraft vorbei und finde in meinem Inventar zerbrochene Eierschalen. Und das Vieh da oben auf dem Bild.

Yippie!

Spielstand I

15. Juni 2010

Super Mario Land (GameBoy)

Zwanzig Jahre zu spät, aber ich bin durch! Natürlich nur mit Hilfe moderner Technik: Der Emulator auf dem N900 erlaubt es glücklicherweise, jederzeit zwischenzuspeichern anstatt das Spiel nach dem Verlust aller Leben komplett von vorne beginnen zu müssen. Hey, kein Grund, gleich so abwertend zu schauen, das Spiel ist mit den Miniaturtasten eines Smartphones eine ganze Ecke schwerer zu spielen als damals auf dem GameBoy!

Was mich beim Blick zwanzig Jahre zurück in die Vergangenheit am meisten begeistert, ist, mit wie wenigen Mitteln man damals – bei aller gestalterischen Qualität – ausgekommen ist. Schwarzweiße Sprites mit nur wenigen Pixeln, insgesamt vier relativ kleine Welten, trotzdem hat das Gehopse vielen Leuten dutzende Stunden Spaß beschert. Vom Entwicklungsaufwand her in einer ganz anderen Liga spielt da…

New Super Mario Bros. (Wii)

Hier hat Nintendo neun Welten mit jeweils neun Leveln in einer Detailverliebtheit zusammengeklöppelt, die an Schweizer Präzisionshandwerk erinnert. Zu sehen, mit welcher Akribie versucht wurde, wirklich jedem Level – nicht nur den übergreifenden Welten an sich – einen eigenen Touch zu verleihen, versetzt mich in Staunen. Zumindest in den drei Welten, die ich vom Spiel gesehen habe, denn der Schwierigkeitsgrad ist für Nicht-Mario-Profis verdammt hoch. Hatte nicht mal jemand gesagt, Nintendo würde die Core-Gamer auf der Wii vernachlässigen? Beim Spielen von NSMBWii merke ich davon nichts, für mich ist es eine zunehmend frustreiche Erfahrung.

Das ist kein Fehler des Spiels. Der Schwierigkeitsgrad wird über die Level hinweg gekonnt hochgefahren, dem Spieler Stück für Stück immer mehr abverlangt, und der Lerneffekt funktioniert. Die Stelle, an der ich mir heute lange die Zähne ausbeiße, schaffe ich morgen im zweiten oder dritten Anlauf dann doch. Das Dumme ist nur: aus dem Alter, in dem ich mir in tagelangen Sitzungen Gamingskills antrainieren will, bin ich raus. Ich brauch Entspannenderes.

Zuckerbrot und Peitsche

27. Mai 2010

Verstehe einer Nokia. Da war ich gerade auf dem Weg, ein überdurchschnittlich zufriedener Kunde zu werden, der sein N900 – mehr Mobilcomputer als “nur” Smartphone, mit von den Finnen hervorragend gepflegtem Linux, welches Symbian rundweg deklassiert und sich auch hinter Android nicht verstecken muss – innig liebt und der sich über das gestrige Softwareupdate freut, das Videocalls per Skype oder GTalk einführt (innerhalb der normalen Telefonanwendung – ob ich übers Mobilnetz oder über Skype telefoniere, macht von der Bedienung her keinen Unterschied), als Nokia verkündet, dass das Ende des Jahres erscheinende nächste größere Betriebssystem-Update für das N900 offiziell nicht mehr angeboten werden wird.

Das N900 hat einen Listenpreis von fast 600 Euro, ist erst letzten Dezember erschienen und soll in einem halben Jahr schon zum alten Eisen gehören? Haben die Finnen denn immer noch nichts von Apple gelernt? Zwei bis drei Jahre vernünftigen Support sollte man bei einem derart teuren Gerät doch erwarten dürfen. Oder?

Heavy Rain

9. April 2010

“Ich hätte erwartet”, sagte David Cage im Interview mit eurogamer.net, “dass das Spiel stärker polarisiert. Ich hätte erwartet, dass die Hälfte der Spieler es großartig findet und die andere Hälfte fragt: ‘Warum hat der Held keine Waffe?’” Ist die Welt nicht wunderbar einfach, wenn man sie durch die Augen von David Cage betrachtet? Wer Heavy Rain nicht für den Anbruch eines neuen Zeitalters hält, ist ein dummer Egoshooterspieler, der sich für Stories in Videospielen einen Scheißdreck interessiert. Die Realität sieht anders aus. Ich liebe gut erzählte Geschichten, dennoch fand ich Heavy Rain langweilig, undurchdacht, ärgerlich.

Allein schon deshalb, weil ich nach anderthalb Spielstunden wußte, wer der Origami-Killer ist. (Und, Vorsicht Spoiler, ich verrate auch, wieso.)

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Frost/Nixon

23. März 2010

Frank Langella spielt Nixon nicht einfach nur, er ist Nixon. Diese, tja, Bühnenpräsenz möchte man fast sagen, ist einfach unglaublich. Er zeigt die Größe, das Charisma des elder statesman. Er zeigt die Zerbrechlichkeit des alten Mannes. Er bringt das Kunststück fertig, dass man diesen Mann gleichzeitig verachten möchte und Mitleid mit ihm hat.

Im Vorfeld hatte ich befürchtet, der Film könnte etwas langatmig werden, aber das war unberechtigt. Im Gegenteil, die schauspielerischen Leistungen hier sind derart famos, dass ich gerne noch ein paar mehr Interviewszenen gesehen hätte.